Kochbuch mit Nils Henkel

Sie zeigen ihre Vorstellungen von der bergischen Küche, wobei jeder Koch dabei seine Variante eines bergischen Menüs vorstellt. So verschieden die Menüs sind, so haben sie eine Gemeinsamkeit, sie sind mit Herz und Leidenschaft zusammengestellt worden. 

Nils Henkel, 1969 geboren in Kiel, begann seine Ausbildung zum Koch im Eutiner Voss-Haus, gefolgt von Stationen im Hamburger Landhaus Scherrer, Il Ristorante, dem Valkenhof in Coesfeld und Averbecks Giebelhof, ehe er im September 1997 zu Dieter Müller nach Lerbach kam. Bereits zwei Jahre später wurde er dort zum Vize ernannt. Seit 2004 ist er Küchenchef und die absolute rechte Hand von Dieter Müller. Ihm, der ihm alles beigebracht hat, was für große Küche nötig ist, ist er kongenial zuzuordnen.

Dennoch gelang es Nils Henkel im Laufe der Jahre, seinen eigenen Stil zu finden, beispielsweise im Setzen der Aromaten von speziellen Pfeffersorten über grünen Anis bis hin zum Räuchern über Süßholz. Er hat ein Faible für Meerestiere, insbesondere für Tintenfische, Muscheln und Langustinos – die zartesten Vertreter ihrer Spezies. Außerdem liebt er Artischocken, frische Kräuter und Olivenöl, was bereits auf eine gewisse Neigung zur mediterran geprägten Küche deutet. Nils Henkel mag kräftige Aromen und nutzt das breite Spektrum an Gewürzen. Paragraph eins seiner Küchenpraxis lautet klar: „Für mich heißt Grande Cuisine, die besten und auch immer wieder neue Produkte zu finden und daraus kreative Gerichte zu entwickeln, die den Gast überraschen und ihm ein Genusserlebnis bescheren, das lange in seiner Erinnerung bleibt.“

So spricht ein Mann, dessen kochtechnisches Bewusstsein auf solider Basis gründet, gepaart mit der Fähigkeit, in kulinarischen Bildern denken und auch handeln zu können. Dazu gehört laut Henkel „auch, eine Harmonie zwischen Produkten herzustellen, die auf den ersten Blick nicht zueinander passen zu scheinen. Das Ganze dann optisch glanzvoll zu präsentieren, macht die Kochkunst perfekt“. Hier ist für ihn eine klare Linie beim Anrichten besonders wichtig, er setzt gern auf rechteckige und runde Formen, die er dann zu modernen und geradlinigen Kompositionen vereint. Das ist Präzision und Perfektion für Gaumen und Auge.

Nils Henkel hat aus seiner Entscheidung, Koch zu werden, eine Berufung gemacht. Kochen ist zu einem seiner innigsten Lebensinhalte geworden, was er so beschreibt: „Für mich ist es ein ständiger Antrieb, Ideen umzusetzen, mich also mit dem Küchenteam täglich aufs Neue den Herausforderungen einer Dreisterneküche zu stellen. Das Kochen gibt mir zudem die Möglichkeit, im Rahmen dieses nie endenden schöpferischen Prozesses meine Persönlichkeit auszudrücken und, was ich sehr hoch schätze, unsere Gäste glücklich zu machen.“

Nils Henkel ist seit 2006 Mitglied bei den Jeunes Restaurateurs Deutschland.


(Der Text ist ein Auszug aus dem Portrait über Nils Henkel von August F. Winkler)


 
 
 


 

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