Geschichte des Schlosshotel Lerbach

 

Was war...

 

Es ist ein Ort, der Geschichte erlebt hat - eine Geschichte, die über achthundert Jahre zurückreicht.
Das ehemalige Gut Lerbach hat seinen Namen vom „Lerbach“ (Leyerbach, Lierbach), der noch heute den Park durchfließt.

 

In einem Altenberger Urkundenbuch findet Lerbach im Jahre 1259 erstmals Erwähnung. Ob es sich zu dieser Zeit schon um jenes Gut Lerbach handelte, das sich im Laufe der Jahrhunderte zum heutigen Schloss entwickelte, ist unbekannt. Historiker vermuten allerdings, daß Lerbach schon zur Zeit der Franken ein befestigter Hof gewesen ist.

 

Das nächste greifbare Datum ist der 13. Mai 1384. An diesem Tag wurde das Gut vom Ehepaar Desbrugge an den Ritter Johann von Hoenen übergeben. In den darauffolgenden Jahren wechselten die Eigentümer häufiger.

 

Im 16. Jahrhundert wurde das Anwesen von einer Familie von Forstbach an die Familie von Steinen verkauft. Gottfried I. von Steinen war Mitglied im Bergischen Rat, und sein Sohn Gottfried II. von Steinen ging als Amtmann von Lülsdorf und Löwenberg in die bergische Geschichte ein. Ämter und Besitz des Gottfried II. gingen schließlich nach dessen Tod an seinen Sohn Gottfried III. über. Nach dem Tod des Gottfried III. verpachtete seine Witwe Anna Margareta von Metternich das Gut für die Dauer von zwölf Jahren an Bernhardt zu Eigell. Als 1644 auch Anna Margareta von Metternich starb, trat der Sohn Gottfried IV. des verstorbenen Ehepaares das Erbe an. Gottfried IV. von Steinen war schließlich derjenige, der das mittelalterliche Gut Lerbach zu einem mit einem Wassergraben umgebenen Rennaissance-Schloß umbauen ließ. Dieser kostspielige Umbau sowie die Mißwirtschaft auf den zu Lerbach gehörenden Höfen, bedingt durch den Dreißigjährigen Krieg, zwangen ihn am 19. Juli 1657, das einst so aufwendig gestaltete Anwesen an Michael von Leers, den früheren Amtmann von Porz, der 1661 zum pfalz-neuburgischen Geheimrat ernannt wurde, zu verkaufen.

 

So begann die Ära der Familie von Leers. Nachdem Michael von Leers 1671 verstarb, lebte zunächst sein Sohn Wladislaus Wilhelm, dann der zweite Sohn Johann Philipp Theodor auf Schloss Lerbach, der hier im Jahre 1771 verstarb. In der dritten Generation der von Leers ging die Familie mit Michael Joseph von Leers ihrem Niedergang entgegen, der das Anwesen Lerbach kurz vor seinem Tod im Jahre 1749 verpfänden mußte.

 

In den kommenden Jahrzehnten folgten häufige Eigentümerwechsel. 1836 erwarb Eduard Knobel das Haus Lerbach und ließ es um 1840 zu einem klassizistischen Schlößchen nach dem Vorbild englischer Herrensitze umbauen. Ein wesentliches Merkmal des neuen Gebäudes war eine durch zwei Stockwerke führende Halle mit umlaufender Galerie. Diese Idee wurde beim späteren Neubau des Schlosses von dem Architekten Prof. Gabriel von Seidl übernommen.

 

14 Jahre später ging der Besitz von Eduard Knobel zunächst an den preußischen Generalmajor Leopold von Niesewand. Im Jahre 1865 wurde Levin Graf Wolff von Metternich Eigentümer des Schlosses. Dieser veräußerte die Anlage 1893 an den Bergisch Gladbacher Papierfabrikanten Richard Zanders und seine Frau Anna, die Tochter des Industriellen Werner von Siemens, jenes berühmten Pioniers der Elektrotechnik, aus dessen 1847 gegründeter Telegrafenbauwerkstätte sich der heutige Siemens Konzern entwickelte.

Wenige Jahre später endete die Geschichte des alten Rittersitzes Lerbach, denn es gelang nicht die Feuchtigkeit, die im Laufe der Jahre in das Gebäude gedrungen war, wieder aus dem Gemäuer zu entfernen. So wurde der Bau schließlich abgerissen.

 

 

Anna Zanders gab dem Münchener Architekten Prof. Gabriel von Seidl den Auftrag, das neue Haus im Gründerstil auf der Anhöhe hinter dem ehemaligen Schloss zu errichten. 1900 war das neue Schloss fertiggestellt. Viele Gegenstände aus der alten Anlage wurden in das Schloss eingebaut, so z.B. der Fußboden der heutigen Hotelhalle, der wunderschöne offene Kamin und vieles mehr.

Richard Zanders verunglückte im Jahr 1906 tödlich bei einem Jagdunfall, und somit blieb die Ehe der Zanders leider kinderlos. Anna Zanders bewohnte das Anwesen bis zu ihrem Tode im Jahr 1939, fünf Wochen vor Beginn des 2. Weltkrieges, mit Ihren zahlreichen Angestellten.

 

Ihr Neffe, Herr Dr. Hermann von Siemens, erbte das Haus, dessen Eigentümer er bis zu seinem Tod im Oktober 1986 war. Noch heute befindet sich das Haus im Besitz seiner Kinder, Dr. Wendelin und Dr. Ruprecht von Siemens.

 

Im Zweiten Weltkrieg und danach diente das Haus Lerbach verschiedenen Zwecken, so beherbergte es zunächst ein Altersheim, anschließend ein Säuglingsheim und wurde 1949 zu einer Erholungsstätte für belgische Offiziere, die das Haus erstmals baulich sanierten.

 

Ab 1955 wurde es kurzzeitig als Kursanatorium geführt und in der Zeit von 1961-1987 an das Gustav-Stresemann-Institut verpachtet.

 

1989 verpachtete die Familie von Siemens das Anwesen für kurze Zeit an die RHEWES-Filmgesellschaft. Somit wurde das Schloss durch die in und um Lerbach gedrehte TV-Vorabendserie „Forstinspektor Buchholz“ weit über die Grenzen von Bergisch Gladbach hinaus bekannt.

 

 

Was ist...

 

Am 8. Juni 1990 wurde schließlich nach einer Verhandlungszeit von 17 Monaten der auf 25 Jahre lautende Pachtvertrag mit den Privathoteliers Elke und Thomas H. Althoff unterzeichnet.

Seit dem 28. Februar 1992 ist das ehemalige Haus Lerbach das Schlosshotel Lerbach - ein Althoff Privathotel und seit 1994 zudem Mitglied der exklusiven Hotel Vereinigung von Relais & Châteaux. Damit hat für das Schloss Lerbach ein neues erfolgreiches Kapitel in seiner Geschichte begonnen.

 

Nach dem zweijährigen Umbau zum Hotel verfügt das Haus heute über:

 

*    52 exklusive Hotelzimmer und elegante Suiten, alle mit einem ganz persönlichen Charme und individuell im englischen Landhausstil gestaltet;

*    das Gourmet Restaurant „Dieter Müller“ als eine erste Adresse für Feinschmecker aus aller Welt; im Jahre 1997 wurde das Restaurant Dieter Müller vom Guide Michelin mit dem 3. Stern ausgezeichnet.

*    die französische Brasserie „Coq au Vin“ mit authentisch französischer Küche im historischen Kellergewölbe

*    Hotelbar mit Schlossterrasse;

*    drei Veranstaltungssalons für bis zu 100 Personen bilden den idealen Rahmen für alle Ihre privaten und geschäftlichen Anlässe;

*    Hallenschwimmbad und Sauna, sowie ein eigener Tennisplatz unter alten Bäumen im 28 ha großen Schloßpark runden das Hotelangebot ab;

*   Beauty & Spa

Das Schlosshotel Lerbach bietet heute jedem Gast etwas besonderes: Menschen, die Ruhe und Erholung suchen, können neben der Lancaster-Beauty-Spa auf ausgedehnten Wanderwegen neue Kraft schöpfen. Kurz, das Schlosshotel Lerbach möchte Geschäftsreisenden und Gourmets, Ruhe- und Entspannungssuchenden als eine Oase in unserer hektischen Zeit dienen.

 

 

Herzlich Willkommen!


 
 

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